Die Marina, Germersheim

Wettbewerb Stadtquartier am Rhein

Städtebaulicher Entwurf

Direkt am Rheinufer in Germersheim entsteht ein attraktives und nachhaltiges Stadtquartier. Eine Nutzungsmischung aus sehr wertigem Wohnen, Arbeiten und Hotel wird zu einem qualitätsvollen Entwicklungsschritt der Stadt. Die touristische Aufwertung der Véloroute-Rhin mit der Bereitstellung von Übernachtungsmöglichkeiten und Büroflächen rundet das Konzept ab. Die acht Baufelder mit Wohnbebauung werden am südlichen Rand von einem Bürogebäude und am nördlichen Rand von einem Büro- und einem Hotelgebäude begrenzt. Die Öffnung zum Rhein hin zu dem neu gestalteten Rheinvorland ist Programm. Die entstandene städtebauliche Figur wird von der Rheinbrücke aus gesehen das neue Erscheinungsbild der Stadt Germersheim prägen. Der Hochwasserschutz des Landes Rheinland-Pfalz wird durch das Projekt nicht beeinträchtigt.

Architektonisches Konzept

Die Entwurfsidee der Wohngebäude konzentriert sich auf zwei ineinander eingestellte Baukörper mit unterschiedlichem Charakter. Der zur Nordwestseite massiver wirkende Baukörper mit sechs Vollgeschossen bildet den „Rücken" der Figur. Der eingeschobene niedrigere Baukörper mit Südostausrichtung wirkt mit der Transparenz leichter und öffnet sich zur Sonne und zum Rhein hin. Das punktförmige Bürogebäude im Westen bildet das Ende der Perlenkette.

Die Baukörper sprechen eine klare Formensprache, die Beschränkung auf wenige Materialien und eine dezente Farbigkeit unterstützen den ruhigen Gesamteindruck. Die Nordfassade der Wohngebäude wird als Lochfassade ausgebildet. Die Fassaden auf der Süd- und Ostseite werden horizontal gegliedert und mit großflächigen Fensterelementen bestückt. Grundrissgestaltung und Zonierung der verschiedenen Nutzungen (Schlafen, Wohnen, Kochen/Essen, Nebenräume) orientieren sich an diesem Entwurfsprinzip. Als Gestaltungselement werden Schiebeläden vor den Loggien als Sonnenschutz verwendet. Diese können in den Gebäuden variieren und aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Terrassenflächen in den Loggien der Wohnungen werden mit Holzdielen belegt. Glasfaserbetonplatten bilden die horizontalen Fassadenelemente in der Deckenebene. Die Materialien übertragen sich auch auf das Bürogebäude in variabler Gestalt. Alle Flachdächer sind, bis auf die dargestellten Dachterrassen, extensiv begrünt.

Freiflächenkonzept

Die neu gestalteten Rheinufer werden über die Baufelder entlang der Erschließungsflächen der Gebäudezugänge erreicht. Es werden hierzu Aussichtspunkte errichtet, die an einen Bootssteg erinnern und eine für den Benutzer hervorragende Aussichtsmöglichkeit bieten. Spielflächen für die Bewohner liegen zwischen den Wohngebäuden. In den Erdgeschosswohnungen werden private Freiflächen angeboten, die mittels Holzdecks erreichbar sind. Ein Restaurant/Café in der Erdgeschosszone des Bürogebäudes mit Außenbereich ist möglich.

Farbgestaltung

Natürliche Materialen und dezente Farbgebung unterstreichen den ruhigen Charakter der Fassadenflächen. Präzise Bauteile aus Glas, eloxiertem Metall und Glasfaserbetonelementen wirken als feiner Kontrast zu den rauen Naturmaterialien.

Nachhaltigkeit im Gesamtentwurf

Die Wärmeversorgung der Gebäude erfolgt jeweils über ein BHKW. Der hervorragende Standard der Wärmehülle sowie ein abgestimmtes Lüftungskonzept und eine optimale Ausrichtung und Flächenverteilung der Gebäudeöffnungen ermöglichen einen sehr niedrigen Primärenergieverbrauch. Auf die Verwendung von nachhaltigen Baustoffen wird Wert gelegt, so wird etwa auf den Einbau eines Wärmedämmverbundsystems verzichtet. Eine Versickerung von Regenwasser kann erfolgen, wenn die geotechnischen Werte dies zulassen. Durch intensiv begrünte Gebäudedächer mit Retentionsflächen wird die Regenwassermenge deutlich reduziert.


Standort:
Germersheim

Auslober:
A-RT Rheinpark GmbH & Co. KG, Ludwig-Ganghofer-Straße 27, 82031 Grünwald

Wettbewerbsart:
Einladungswettbewerb

Entwurf:
Dipl.-Ing. Marcus Böttcher

Ergebnis:

Teilnahme

Leistungsphasen:
1-2

Fertigstellung:
2019