Alter Wasserturm, Karlsruhe

Machbarkeitsstudie Alter Wasserturm, Karlsruhe

Die städtebaulichen Bezüge werden aus der geplanten Bebauung des südlichen Bahnhofbereiches und dem hierfür zu Grunde liegenden Bebauungsplan abgeleitet. Der Entwurf versteht sich als Teil dieser gesamten städtebaulichen Entwicklung. Diese sieht eine weitestgehend homogene Bebauungshöhe mit akzentuierenden Hochpunkten vor. Diese Hochpunkte wurden aus einem gesamtstädtischen Zusammenhang heraus gesetzt. Im Westen markiert ein Gebäude die Einfahrt in die nördlich des Hauptbahnhofes gelegene Kernstadt. Zwei Hochhausscheiben flankieren den südlichen Eingang des Bahnhofes. Die von Süden kommende Achse der Ettlinger Straße führt auf den Haupthochpunkt der geplanten Bebauung zu. Die Machbarkeitsstudie ergänzt diese Hochpunkte im Osten mit einem Gebäude, das die östliche Stadteinfahrt zur zentralen Hauptachse hin zum Schloss markiert.

Zwischen der geplanten Bebauung und der Schwarzwaldstraße bzw. Ettlinger Straße sieht der Bebauungsplan einen breiten West-Ost-verlaufenden Grünzug vor. Dieser wird in der Studie fortgeführt und verbindet sich mit den nördlich der Fautenbruchstraße gelegenen Grünflächen. Der Entwurf versteht sich als (vorläufigen) östlichen Endpunkt dieser baulichen Entwicklung des südlichen Bahnhofbereiches.

Der unter Denkmalschutz stehende Wasserturm ist ein Wasserturm und bleibt ein Wasserturm. Es ist nicht geplant, diesem eine darüber hinaus gehende spezifische Nutzung zu geben. Die einzigen sinnvoll zu nutzenden Flächen des Wasserbehälters liegen über 22 Meter Höhe, so dass bei einer dauerhaften Nutzung brandschutztechnische bauliche Maßnahmen erforderlich würden, die nach Auffassung der Entwurfsverfasser unrealistisch erscheinen. Darüber hinaus sind in diesem Bereich aus denkmalpflegerischer und statischer Sicht keine Belichtungsmöglichkeiten gegeben.

Der Wasserturm wird als skulpturaler Baukörper in die Gesamtbebauung integriert. Er wird als denkmalgeschütztes Gebäude respektiert, ihm wird aber seine städtebauliche Bedeutung durch die Höhenentwicklung der neuen Bebauung genommen.

Die geplante Bebauung sieht zwei dominierende Gebäudehöhen vor. Mit einer Gebäudehöhe von 135 m ü. NN wird die Höhe der geplanten umliegenden Gebäude übernommen. Die Gesamthöhe von ca. 160 m ü. NN korrespondiert mit den Hochpunkten des südlichen Zugangsbereiches des Bahnhofs. Die Bebauung soll sowohl von Süden den Zugang in die Kernstadt markieren, als auch sich den Bahnreisenden von Norden her präsentieren.

Gemäß der Auslobung sind zwei Nutzungsbereiche geplant. Der Hotelbereich ist im östlichen Gebäudeflügel geplant. Das Hotel im „Budgetbereich“ umfasst ca. 150 Zimmer.

Der östliche Gebäudeteil ist als Hochhaus mit den hieraus resultierenden Anforderungen (Sicherheitstreppenhaus, Feuerwehraufzug etc.) geplant. Mit ca. 7.700 qm Bruttogeschossfläche können hier auf zwölf Geschossen attraktive Büroflächen entstehen. Im Erdgeschoss sind neben dem Foyer des Bürohauses gastronomische Nutzungen vorgesehen. Die erforderlichen Stellplätze für die Hotelnutzung sind im Außenbereich, die Stellplätze für die Büronutzung in einer Tiefgarage geplant.


Standort:
Ettlinger Straße / Ecke Fautenbruchstraße, 76137 Karlsruhe

Auslober:
Hoepfner Chenonceau Liegenschaften GmbH & Co. KG, Rintheimer Straße 33, 76131 Karlsruhe

Wettbewerbsart:
Machbarkeitsstudie

Ergebnis:

3. Rang

Fertigstellung:
2014