Neubebauung in Wolfartsweier

Wettbewerb Steinkreuzstraße, Wolfartsweier

Auf dem am östlichen Ortsrand von Wolfartsweier gelegenen Grundstück soll ein Wohnquartier mit Kindergarten und zwei Wohngruppen für Demenzkranke geplant werden. Das Bauvorhaben soll in zwei Bauabschnitten realisiert werden, wobei Kindergarten und Wohngruppe im ersten Bauabschnitt umgesetzt werden sollen. Die Grundstücksgröße beträgt ca. 6.000 qm und fällt von Süden nach Norden um ca. neun Meter ab.

Städtebau

Durch die Lage am Ortsrand kommt der geplanten Neubebauung eine besondere städtebauliche Bedeutung zu. Der Entwurf sieht durch die Gebäudestellung im Osten eine klare Raumkante und einen Abschluss der Siedlungsstruktur vor. Im Süden an der Steinkreuzstraße ist ein vier- bis fünfgeschossiger solitärer Baukörper geplant, der als markanter Punkt den östlichen Ortseingang von Wolfartsweier markiert. Alle weiteren Gebäude vermitteln mit einer Höhe von drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss zwischen den unterschiedlichen Gebäudehöhen der westlich angrenzenden, bestehenden Bebauung. Der Höhenunterschied auf dem Planungsgrundstück wird durch drei Hauptebenen aufgenommen. Die Planungsebene zur Steinkreuzstraße wird abgeböscht und liegt ca. ein Meter unter deren Straßenniveau. Der erste Bauabschnitt ist durchgängig auf diesem Geländeniveau geplant. Zwischen dem ersten und zweiten Bauabschnitt ist ein Versatz von ca. drei Metern vorgesehen. Dieses Höhenniveau ermöglicht die Anbindung der inneren Erschließungsstraße an die bestehende Ringstraße. Im zweiten Bauabschnitt ist dem vorhandenen Geländeverlauf folgend ein weiterer Höhenversatz von ca. drei Metern geplant.

Nutzungen / Parkierung

Durch die verbindliche Vorgabe, die Wohngemeinschaften und die Kindertagesstätte (zumindest ein Geschoss) erdgeschossig anzuordnen, sind hierfür jeweils Grundflächen von ca. 350 qm BGF erforderlich. Die Kindertagesstätte ist an der Steinkreuzstraße über zwei Ebenen geplant. Die dazugehörige Außenspielfläche von ca. 600 qm schließt sich im süd-östlichen Grundstücksbereich an. Unberücksichtigt bei der Flächenbilanz der Außenspielflächen  bleibt der freizuhaltende zehn Meter breite Grundstücksbereich entlang der Steinkreuzstraße.

Über der Kindertagesstätte sind 2- und 3-Zimmer-Geschosswohnungen geplant.

In den nördlich auf dem Grundstück angrenzenden Gebäuden befinden sich die beiden Wohngruppen für an Demenz erkrankte Menschen. Diese Wohngruppen sind auf der Südseite über einen gemeinsamen Eingangsbereich erschlossen. Über dem zusammengebundenen Erdgeschoss sind in zwei Baukörper aufgelöst weitere Geschosswohnungen mit zwei bis vier Zimmern geplant. Mit zwei weiteren östlich und nördlichgelegenen Gebäuden wird so ein gemeinsamer, geschützter Innenbereich für alle Bewohner gebildet.

Durch den Höhenversatz hin zum zweiten Bauabschnitt kann die geplante Tiefgarage auf der Nordseite der Bebauung ebenerdig erschlossen werden. Die Tiefgarage mit 60 PKW-Stellplätzen ist mit allen darüberliegenden Gebäuden verbunden.

Der zweite Bauabschnitt schließt mit zwei weiteren dreigeschossigen Gebäuden mit Staffelgeschoss an den ersten Bauabschnitt an. In den Gebäuden sind weitere 2- bis 4-Zimmer-Geschosswohnungen geplant. Unter den beiden Gebäuden ist eine weitere kleinere Tiefgarage mit 15 Stellplätzen vorgesehen.

Mit einem weiteren Höhenversatz von drei Metern schließen im Norden zwei Gebäudezeilen mit jeweils vier Stadthäusern die Bebauung ab. Die Konzeption der Häuser sieht vor, dass diese sowohl als gestapelte Maisonettewohnungen oder aber als Einzelhäuser genutzt werden können.

Entlang der Ringstraße sind 15 öffentliche PKW-Stellplätze geplant. Weitere Besucherstellplätze sind in den Tiefgaragen vorgesehen.

Architektur / Fassadenkonzepte

Für das äußere Erscheinungsbild der Neubebauung ist ein einheitliches Fassadenkonzept vorgesehen. Für die Gebäude sind zu den „öffentlichen“ Seiten Lochfassaden mit einheitlichen Fensterformaten vorgesehen. Die privaten Hofseiten werden durch großflächige raumhohe Glaselemente bestimmt.

Die Fassade der Kindertagesstätte spiegelt die Zweigeschossigkeit der Einrichtung wider und erhält eine senkrechte vorgestellte Lamellenstruktur als Filter vor der eigentlichen Fassade.

Freiflächen / Landschaftsbezug

Das Grundstück grenzt an weiträumige kaltluftproduzierende Freiflächen.

Die Baukörperstellungen sind so gewählt, dass einerseits differenzierte Innen- und Außenräume entstehen, andererseits eine Durchlässigkeit für Luftströme gewährleistet ist. Die straßenbegleitende Baumreihe wird erhalten und weitergeführt, sowie ein zehn Meter breiter Freiraum von der Gehweghinterkante eingehalten.


Standort:
Steinkreuzstraße 14, 76228 Karlsruhe-Wolfartsweier

Auslober:
SüBa Bauen und Wohnen Karlsruhe GmbH, Alte Kreisstraße 42, 76149 Karlsruhe

Wettbewerbsart:
Einladungswettbewerb

Fertigstellung:
2017