Neubebauung in Ettlingen

Wettbewerb Feuerwehrareal, Ettlingen

Das Grundstück der ehemaligen Feuerwache an der Pforzheimer Straße in Ettlingen soll nach Abbruch der Bestandsgebäude neu bebaut werden.

Für das Areal mit einer Fläche von ca. 4.500 qm wurde seitens des Planungsamtes der Stadt Ettlingen ein Rahmenplan erstellt, mit dem die städtebaulichen Festsetzungen für eine Neubebauung definiert wurden. Für das Grundstück wurden bezüglich der Art der Nutzung Teilflächen als Mischgebiet und allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Darüber hinaus wurden Obergrenzen für die Anzahl der Geschosse sowie die maximale Grund- und Geschossfläche festgelegt.

Der nördliche Grundstücksbereich mit ca. 1.650 qm wird für Baugruppen reserviert, der südliche Bereich mit ca. 2.800 qm durch einen Investor entwickelt. Der Hochbauteil der Auslobung soll in einen städtebaulichen Kontext mit einer möglichen städtebaulichen Entwicklung östlich angrenzender Grundstücke gestellt werden.

Städtebauliches Konzept

Das städtebauliche Konzept folgt dem Gedanken des Rahmenplans, im südlichen und westlichen Grundstücksbereich einen geschlossenen Blockrand auszubilden, nicht. An der Ecke Pforzheimer Straße und Ludwig-Albert-Straße ist ein solitärer Baukörper als dreigeschossiges Stadthaus geplant. Mit möglichen öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss wird das Gebäude ein städtebaulicher Baustein im Zusammenspiel mit der Kirche und den südlich an der Pforzheimer Straße gelegenen Baukörpern der öffentlichen Gebäude.

Das nördlich angrenzende Gebäude entlang der Ludwig-Albert-Straße vermittelt im Maßstab zwischen dem Stadthaus und der angrenzenden bestehenden Wohnbebauung. Gemeinsam mit den beiden innenliegenden Gebäuden bildet es ein eigenes städtebauliches Ensemble. Die sich nördlich anschließende Bebauung der Baugemeinschaft nimmt die Körnung der bestehenden Einzelhäuser auf und vermittelt so zwischen Neubebauung und Bestand.

Im städtebaulichen Ideenteil wird die Idee der lockeren Zeilenbebauung aus Doppel- und Reihenhäusern des städtebaulichen Regelplanes teilweise aufgenommen und ergänzt, gleichzeitig werden aber die Zonierungen des Realisierungsteils in wechselnden öffentlichen und halböffentlichen Bereichen im südlichen Innenbereich weiter fortgesetzt. Die fußläufige Durchwegung ist sowohl von der Pforzheimer Straße als auch von der Ludwig-Albert-Straße zur Augustin-Kast-Straße und Adolf-Kolping-Straße möglich. Die Gebäudestruktur entlang der Pforzheimer Straße bleibt im wesentlichen als Randbebauung erhalten. So ist es möglich, die Gebäude zu erhalten oder gegebenenfalls in den bestehenden Baufenstern bei Bedarf zu ersetzen.

Die historisch gewachsene südliche Raumkante und die dadurch entstehende platzähnliche Straßenraumerweiterung wird neu geordnet und entsprechend der jeweils angrenzenden Gebäudenutzungen neu gestaltet, um für Passanten und Anwohner/Nutzer z. B. der Hotelgastronomie angenehme Aufenthaltsqualitäten anbieten zu können.

Dem Stadtbaustein Stadthaus kommt eine besondere Bedeutung zu, insbesondere auch, um der Herz-Jesu-Kirche und den gegenüberliegenden öffentlichen Gebäuden ein adäquates Gegenüber zu geben. Dem wird in der hochwertigen Fassadengestaltung Rechnung getragen. Die weitere Bebauung im Realisierungsteil spricht eine klare Formensprache, die sich in das heterogene Umfeld der Bebauung gut und nicht aufgeregt einpasst.

Bei der Entwicklung der Grundrisstypologien wurde im Investorenteil auf einen ausgewogenen Wohnungsmix mit dem Schwerpunkt auf familiengerechten Wohnungstypologien von vor allem 3-, aber auch 4- und 5-Zimmerwohnungen Wert gelegt (ca. 65%). Aber auch dem Bedarf an großzügigen 2-Zimmer-Wohneinheiten (ca. 35%) wurde Rechnung getragen. Im Teil der Baugemeinschaft liegt der Schwerpunkt klar auf größeren, familiengerechten Wohnungstypologien. Großzügig zu öffnende Fassadenöffnungen, aber auch Dachterrassen bilden dort in den Obergeschossen den Freiraumbezug. Zusätzlich zum Gemeinschaftsraum ist noch ein der Gemeinschaft zugehöriges 1-Zimmer-Appartement denkbar, welches temporär bei Bedarf vermietet werden könnte.


Standort:
Pforzheimer Straße, 76275 Ettlingen

Auslober:
Stadt Ettlingen, Marktplatz 2, 76275 Ettlingen

Wettbewerbsart:
Nicht offener Wettbewerb

Fertigstellung:
2017