Auswahlverfahren Buckower Felder

Buckower Felder Berlin

Bei der Quartiersentwicklung „Buckower Felder" liegt das Baufeld 5 im Zentrum der geplanten Neubebauung. Kern der gezeigten Entwicklung ist die Verknüpfung eines Pflegekompetenzzentrums mit neu zu schaffendem Wohnraum auf dem Baufeld mit der Quartiersentwicklung selbst. Aber auch darüber hinaus werden Anknüpfungspunkte mit den umgebenden Stadtquartieren geschaffen.
Durch das im Entwicklungsleitfaden klar definierte Erschließungskonzept wird das Baufeld von Quartiersstraßen unterschiedlicher Ausprägung eingefasst. An der südwestlichen Kreuzung liegt ein sogenannter Angerplatz, welcher städtebaulich und für die soziale Struktur des Quartiers eine wichtige Rolle einnimmt. Im vorliegenden Bebauungsplan sind die Baugrenzen und damit die Straßenquerschnitte klar definiert. Die geplante Bebauung nimmt daher die äußeren Baugrenzen als Bauflucht auf, zum Baufeldinneren wird die Baugrenze allerdings nicht voll ausgenutzt, so dass sich die inneren Flächen aufweiten. Die Bebauung ist in Einzelhäuser aufgegliedert, welche scheinbar locker den Innenbereich umspielen; sie nehmen aber immer wieder die Bau- und Straßenfluchten der umgebenden Bebauung auf. Durch die offene Bauweise wird zum einen die gegebene GRZ eingehalten, zum anderen entsteht ein nach außen hin offener Innenbereich, der durch seine attraktive Gestaltung nicht nur die Bewohner des Baufeldes selbst, sondern auch die Nachbarschaft zum Verweilen einladen kann. Es sind insgesamt vier Baukörper geplant. Die im Bebauungsplan vorgesehene Geschossigkeit und die gegebenen Wandhöhen werden eingehalten: Der Baukörper zum Angerplatz hin weist fünf Vollgeschosse, die anderen Baukörper vier Vollgeschosse und ein Nichtvollgeschoss als Dachgeschoss auf. Im westlichen Baukörper ist das (gem. BauNVO im „Allgemeinen Wohngebiet" zulässige) Pflegekompetenzzentrum mit Wohngruppen im Pflegebereich und Tagespflege sowie der zum Angerplatz orientierte Quartierstreff verortet. In den oberen Geschossen befinden sich kleinteilige Wohnappartements. In den drei weiteren Baukörpern befinden sich ausschließlich Wohnungen. Insgesamt entstehen ca. 115-120 Wohnungen. Neben der Nutzung der bereitgestellten Stellplätze in den Quartiersgaragen werden weitere Stellplätze in einer Tiefgarage geplant, so wird eine direkte Zuordnung von Stellplätzen etwa für mobilitätseingeschränkte Personen ermöglicht. Die Anzahl wird allerdings den Stellplatzschlüssel 0,9 bzw. die Zahl von 1 Stellplatz je angefangene zulässige 160 m² Geschossfläche nicht überschreiten. Neben den im Außenbereich dargestellten Fahrradstellplätzen sowie den in den Gebäudezwischenräumen geplanten Fahrradunterstellplätzen werden auch in der Tiefgarage Fahrradstellplätze geplant. Eine ausreichende Anzahl von Elektroladestationen (für PKW und Fahrräder) wird vorgesehen. Das angedachte Freiraumkonzept wird geprägt durch den Wechsel von klar definierten, aber nicht abgeschotteten privaten Bereichen und den halböffentlichen Aufenthaltsorten verschiedener Ausprägung, die durch das innere Wegenetz miteinander verknüpft werden. Der großzügige Spielbereich im Inneren wird durch die Anordnung von Kleinkindspielbereichen bis hin zu Outdoor-Fitnessgeräten zum Mehrgenerationenspielplatz. Ausreichend Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Zahlreiche Bäume bieten im Sommer Schatten, im Inneren entsteht ein kleiner Baumhain. Die entsprechende Aufbaustärke auf der Tiefgarage lässt eine intensiv zu gestaltende Grünanlage zu (im Bereich der Baumpflanzungen 1 m Aufbaustärke). Darüber hinaus hält ein Retentionssystem auf der Tiefgaragendecke anfallendes Regenwasser effektiv zurück.
Die Gebäude sprechen eine klare Formensprache und lehnen sich gestalterisch an die Orientierungshilfen des Entwicklungsleitfadens an. Das gesamte Baufeld erhält ein in sich bzw. mit dem Stadtquartier abgestimmtes Farb- und Materialkonzept. Die Sockelzonen sind einheitlich und klar in Farbe und Struktur von den darüberliegenden Geschossen abgegrenzt. Das Dachgeschoss wird ebenfalls in Farbe und Struktur abgesetzt. Die Fensterformate unterstreichen die Vertikalität, die spielerische Platzierung sowie die ergänzenden Farb- und Strukturwechsel in der Fassade lockern die Fassaden auf. Die Fassaden werden an den südlich orientierten Flächen mit Rankgerüsten versehen, so dass bodengebundene Rankpflanzen die Fassaden weiter bespielen können. Darüber hinaus sind an den auskragenden Balkonen feste Pflanzkübel geplant, welche von den Bewohnern individuell bepflanzt werden können. Alle Dächer, mit Ausnahme der Dachterrassen, sind extensiv begrünt. Soweit erforderlich, ermöglicht eine im System der Dachbegrünung angeordnete Unterkonstruktion die Platzierung von Photovoltaikmodulen.

Folgende Nachhaltigkeitsziele werden für die Entwicklung angestrebt:
Effektive Suffizienz durch optimierte Wohngrundrisse und ein ausgewogenes Verhältnis von Nutzfläche zu Bruttogrundfläche (BGF).
Klimaschutz: geringe CO2 Emissionen auch über den Lebenszyklus des Gebäudes betrachtet. Am Gebäude selbst ist Energieerzeugung durch die Photovoltaikanlage möglich.
Umwelt: Ein gesundes Mikroklima und Biodiversität durch entsprechende Gestaltung der Außenanlagen, Fassaden- und Dachbegrünung. Die zirkuläre Wertschöpfung soll bei der Materialauswahl und auch Fügung der Materialien von Anfang an betrachtet werden, die Verwendung von schadstofffreien Materialien ist obligatorisch.
Positive Räume: Das angedachte Entwicklungskonzept des Baufeldes ergänzt die hohe Qualität des Gesamtquartiers: Das Pflegekompetenzzentrum verknüpft hier Bedarf und Nutzung auch über das Quartier hinaus und bildet einen weiteren Baustein in der Quartiersvielfalt. Der angedachte Quartierstreff sowie die Gestaltung des Innenbereiches als Mehrgenerationentreff ergänzen dieses Angebot weiter. Hohe gestalterische Qualität, auch in der bewussten Auswahl der Materialien, sowie eine zeitlose und zukunftsfähige Architektur bilden einen Beitrag zur baukulturellen Ergänzung der Quartiersentwicklung.


Standort:
Berlin

Auslober:
WOBEGE Wohnbauten- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Winckelmannstraße 3-5, 12487 Berlin

Wettbewerbsart:
Investorenauswahlverfahren

Entwurf:
Dipl.-Ing. Christian Post

Leistungsphasen:
1 bis 2

Planung:
2020

Fertigstellung:
2020